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Schadensbilder und Behandlungsmöglichkeiten

Papierrestaurierung

Die Schäden im Papier können sehr unterschiedlich sein. Sie reichen von oberflächlicher Verschmutzung über Flecken (z.B. Wasserflecken), Falten und Knicke, Risse und Fehlstellen (Insekten- oder Mäusefraß, ausgerissene Stellen v.a. an den Rändern, morsche Blattkanten, Pilzschäden) bis hin zu säurehaltigem, brüchigem Papier und Tintenfraß. Problematisch sind die Qualität und chemische Zusammensetzung des Papiers sowie die historischen und gegenwärtigen Lagerungsbedingungen.
So unterschiedlich die Schadensbilder und ihre Ursachen sind, so vielfältig sind die Restaurierungsmöglichkeiten. Die eingesetzten Methoden richten sich nach dem Schadensbild und den Eigenschaften wie z.B. der Wasserempfindlichkeit des Trägermaterials und des Beschreibstoffes.
Neben den traditionellen Behandlungsmethoden (trocken reinigen, glätten, einbetten in säurefreies Japanpapier, Papierspaltung usw.) stehen drei Methoden zur wirtschaftlichen Behandlung von Schäden am Papier im Vordergrund:

  • Mit einer Tauchbeckenwässerungsanlage können größere Mengen von Papier Nassbehandlungsverfahren unterzogen werden. Hierzu gehören das Auswässern von Wasserrändern oder schädlichen Säuren, Einbringen von alkalischen Reserven (z.B. MgCO3, CaCO3) und Nachleimen mit säurefreien, alterungsbeständigen Klebstoffen (Methylcellulose). Die Blätter werden während der gesamten Behandlung senkrecht in Siebtaschen gehalten und erst nach der Lufttrocknung wieder in die Hand genommen. Das Verfahren ist technologisch ausgereift und ermöglicht eine qualitativ hochwertige und zugleich wirtschaftliche Ausführung der genannten Behandlungsmethoden.
  • Mit einem Langsiebanfaserungsgerät werden Fehlstellen im Papier ergänzt. In einem speziellen Verfahren werden neu aufgeschlagene Papierfasern an der Fehlstelle angefasert. Dabei bleibt die Oberflächenstruktur erhalten (keine Grauschleier wie z.B. bei der Einbettung in Japanpapier) und auch bei großen Fehlstellen an vielen Blättern hintereinander entsteht nur eine geringe Steigung (Verdickung des Dokumentes). Das Verfahren gewährleistet eine gleichmäßige hohe Verarbeitungsqualität. Neben den technologischen Vorteilen besticht es durch ein hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis, wie es mit der traditionellen Handanfaserung nicht erreichbar ist.
  • Bei der Entsäuerung wird die im Papier vorhandene Säure chemisch neutralisiert. Zusätzlich wird eine alkalische Reserve eingebracht, die über einen längeren Zeitraum erneut entstehende Säuren neutralisieren kann.

Die Anwendung dieser fortschrittlichen Verfahren erhält den historischen Charakter der Objekte. Oberflächenstruktur, Substanz und äußere Form bleiben weitgehend erhalten. Auch ist der restauratorische Eingriff sichtbar, so dass der originale jederzeit vom angesetztem Teil zu unterscheiden ist. Dagegen wird bei der Einbettung die Oberflächenstruktur stark verändert und die Transparenz verringert, so dass Details wie z.B. Haarstriche der Schrift nicht mehr vollständig erkennbar sind. Außerdem wird das Objekt bei Einbettung vieler Seiten deutlich dicker, so dass es seine historische Form verliert und nicht mehr in den originalen Einband passt. Schließlich birgt jede Einbettung die Gefahr, dass chemische oder biologische Prozesse im Papier stattfinden, die dann schwerer zu erkennen und zu behandeln sind als an der offenen Oberfläche. Die Papierspaltung wiederum stellt einen massiven Eingriff in die Originalsubstanz dar. Allerdings gibt es Schadensbilder, die so schwerwiegend sind, dass die Spaltung oder auch Einbettung als letzte Möglichkeit bleiben, überhaupt noch etwas von der Originalsubstanz zu erhalten. Das ist z.B. bei sehr schweren Säureschäden der Fall oder wenn z.B. durch Pilzbefall die Substanz soweit reduziert wurde, dass für eine Anfaserung kein Angriffspunkt mehr vorhanden ist.

Urkundenrestaurierung, Pergamentrestaurierung

Pergamenturkunden gehören meist zu den ältesten und wertvollsten Dokumenten eines Archivs. Wie auch jüngere auf Papier geschriebene Urkunden existierten sie über Jahrhunderte als Einzelstücke, was eine ganz andere, härtere Belastung darstellt, als wenn Blätter in einem Buch oder einer Akte zusammengefasst und durch einen Einband geschützt sind. Hinzu kommt, dass Urkunden meist besiegelt wurden, so dass z.T. schwere Wachssiegel angehängt waren. Die primäre Funktion der Urkunden war der Nachweis von Besitz und Privilegien. Daher sind sie ungleich öfter aus ihren Behältnissen entnommen und vorgezeigt, gelesen, abgeschrieben, bestätigt, ausgehändigt oder mit dem Besitztum an einen neuen Eigentümer übergeben worden, als dies mit Aktenschriftgut oder Büchern geschehen ist.
So sind viele Urkunden von ihrer wechselvollen Geschichte gezeichnet und stark verschmutzt, geknickt oder brüchig und in ihrem weiteren Bestand gefährdet. Durch eine sachgemäße, behutsame Restaurierung können sie gesichert und auch der Benutzung wieder zugänglich gemacht werden.
Nachdem die Oberfläche trocken gereinigt ist, werden die Objekte auf dem Unterdrucktisch geglättet. Urkunden waren meist mehrfach gefaltet. Das bei der Benutzung notwendige Auf- und Zufalten schadet dem alten Pergament. Deshalb werden die Urkunden bei der Restaurierung geöffnet, geglättet und planliegend zurückgegeben (sofern der Auftraggeber nicht ausdrücklich die Faltung beibehalten möchte).
Für die weitere Erhaltung der Urkunden ist die sachgerechte Lagerung besonders wichtig. Deshalb sollten restaurierte Urkunden in maßgefertigten speziellen alterungsbeständigen Behältnissen gelagert und transportiert werden, die im Zuge der Restaurierung angefertigt werden können (SchemppBoxen). Zugleich ist die Reduzierung der Direktbenutzung zu empfehlen, wofür eine Verfilmung bzw. Digitalisierung während der Restaurierung zweckmäßig ist.

Papierurkunden weisen die Schäden auf, die Papier allgemein haben kann und werden entsprechend behandelt (siehe oben Papierrestaurierung), allerdings ist hier kaum eine mechanisierte Arbeit, z.B. auf dem Langsiebanfaserungsgerät möglich, weil die Einzelstücke sehr unterschiedliche Formate und oft auch Siegel haben.

Pergamentblätter aus Pergamenthandschriften und Pergamenteinbände werden analog den Pergamenturkunden behandelt, also trocken gereinigt, geglättet und ggfs. müssen Fehlstellen angesetzt oder mit Pergamentspänen angefasert werden.

Bücher und gebundene Handschriften – Einbandrestaurierung

Die Restaurierung von Büchern und Handschriften umfasst zwei Komponenten: Inhalt und Einband. Der Inhalt besteht aus Papier oder aus Pergament, zeigt die dafür typischen Schäden und wird dementsprechend behandelt (siehe Papierrestaurierung, Pergamentrestaurierung).
Hinzu kommen häufig Reparaturen an der Heftung und am Buchblock.
Die Heftung kann in sehr unterschiedlichem Maße beschädigt sein: Von einzelnen ausgelösten Blättern bzw. Lagen bis zur völligen Auflösung. Sind nur wenige Blätter bzw. Lagen lose, werden sie nachgeheftet, ansonsten muss völlig neu geheftet werden. Häufig ist es hierzu notwendig, bei der vorherigen Papierrestaurierung besonders diese Stellen zu festigen.
Der Buchblock verliert auf Grund unterschiedlicher, meist mechanischer Einflüsse seine typische gerundete Form. Dabei kann er gegenrund oder schief werden bzw. völlig formlos werden (letzteres meist in Verbindung mit der Auflösung der Heftung). Schließlich kann der Buchblock bei erhaltener Heftung im Rücken brechen. Je nach Art und Umfang des Schadens gibt es verschiedene Methoden, den Block entweder wieder in Form zu bringen oder ihn vollkommen neu aufzubauen.

Gesondert davon ist die Restaurierung der Einbände zu sehen. Einbände bestehen aus unterschiedlichen Grundmaterialien (z.B. Pappe, Holz), auf die verschiedene Bezugsstoffe (Papier, Leder, Pergament, Gewebe) aufgebracht sind. Historische Einbände weisen zudem oft alte beschriftete Titelschilder und Spiegel sowie Metallbeschläge auf.
Je nach Einbandart werden alle sinnvoll wiederzuverwendenden originalen Einbandmaterialien erhalten und so bearbeitet, dass der Band bei Erhaltung des historischen Erscheinungsbildes wieder voll benutzbar ist. Gebrochene Holzdeckel werden zusammengesetzt, gebrochene Bünde angesetzt, beschädigte Überzüge mit farblich angeglichenem Material unterlegt und eventuell verloren gegangene Schließenteile ergänzt.
Sollten die erhaltenen Originalmaterialien eine Wiederverwendung nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand ermöglichen oder stehen einer kompletten Einbandrestaurierung wirtschaftliche Erwägungen des Auftraggebers bzw. ein Missverhältnis zum historischen Wert des Bandes entgegen, werden nach Absprache neue Einbände mit angepasstem Erscheinungsbild angefertigt und nur Teile des Originals (z.B. erhaltene Teile des Überzuges, Titelschilder usw.) wiederverwendet.

Die langfristige Erhaltung gebundener Objekte setzt auch nach der Restaurierung eine sachgerechte Aufbewahrung und möglichst geringe Benutzung voraus.
Für die Aufbewahrung kommen maßgefertigte SchemppBoxen in Frage, die nicht nur alterungsbeständig und von ihren chemischen und physikalischen Eigenschaften her uneingeschränkt für diesen Zweck geeignet sind, sondern die auch einen optimalen mechanischen Schutz bieten, indem das Objekt in den Boxen beim Transport nicht verrutscht.
Um die Benutzung zu reduzieren, sollten die Bücher bzw. Handschriften verfilmt bzw. digitalisiert werden. Dies sollte bei allen gebundenen Objekten vorzugsweise während der Restaurierung gemacht werden, weil nur im Zustand der aufgelösten Heftung, nach der Papier- bzw. Pergamentrestaurierung optimale Ergebnisse ohne Informationsverlust im Bund erzielt werden können. Wird nach der Restaurierung verfilmt, werden entweder die Aufnahmen durch die starke Rundung der Blätter im Bund nicht gut oder das Buch wird mit so viel Kraft plangedrückt, dass der Einband wieder beschädigt wird. Bei einer Verfilmung vor der Restaurierung bestehen die gleichen Probleme, aber zusätzlich kann es an der noch nicht restaurierten Blattsubstanz zu weiteren Schäden kommen.

Kartenrestaurierung

Karten sind in aller Regel größer als normale Aktenschriftstücke und entziehen sich den sonst üblichen Formen der Lagerung. Gefaltet oder gerollt, nicht selten ohne jeden Schutz, mitunter aber auch in Mappen oder anderen Behältnissen, lagen sie oft Jahrzehnte auf Schränken oder in Regalen, die nicht für sie gemacht waren. Noch heute ist die Lagerung ein Problem, wenn Karten größer als DIN A0 sind und nicht in die handelsüblichen Kartenschränke passen.
Wurden Mappen angefertigt, waren sie meist aus säurehaltiger Pappe. Oft sind Karten auf ungeeignete Trägerstoffe aufgezogen. Früher vorgenommene unsachgemäße Reparaturen haben den Zustand meist noch verschlimmert.
Zugleich finden Karten tendenziell größeres Interesse bei Benutzern als anderes Archivgut, weil ihre Aussage visuell ist und sich leichter erschließt. Ebenso werden Karten ungleich häufiger für Ausstellungen oder Publikationen herangezogen.

Die typischen Schadensbilder sind Brüche und Substanzverluste an den Knickstellen und an den Rändern (dort häufig auch Risse), Ablösungen vom Trägermaterial v.a. an den Knickstellen oder bei gerollten Karten großflächig, Säureschäden durch das Trägermaterial, durch Klebstoffe oder Mappen bzw. Papphülsen, und starke Verschmutzung v.a. bei solchen Karten, die lange Zeit völlig ungeschützt auf Schränken oder in Regalen lagen.

Nach der trockenen Reinigung mit Latexschwämmen werden die Papier- oder Gewebeverklebungen abgelöst. Eventuell vorhandene Fehlstellen werden ergänzt und das Kartenblatt wird ggfs. entsäuert, neutralisiert und nachgeleimt. Zur Stabilisierung wird die Karte auf ein säurefreies Japanpapier aufgebracht und je nach Format und Art der zukünftigen Lagerung und Benutzung kann das Objekt auf einen säurefreien Baumwollnessel appliziert oder auf einen Holzrahmen bzw. eine kaschierte Wellpappe gespannt werden.

Von entscheidender Bedeutung für die Erhaltung ist die zukünftige Aufbewahrung der restaurierten Karte. Hier sind größte Sorgfalt und zugleich auch äußerste Zurückhaltung bei der Direktbenutzung geboten.
Bis auf wenige Ausnahmen werden Karten im Zuge der Restaurierung plangelegt. Passen sie danach in einen Kartenschrank, sollten sie zusätzlich in eine Kartenmappe aus alterungsbeständiger Pappe gelegt, mindestens aber durch entsprechende Zwischenlagen von den anderen Karten separiert werden. Dies dient in erster Linie dem Schutz vor Beschädigungen beim Ausheben und Zurücklegen, verhindert aber auch das Übergreifen von Säureschäden o.ä. aus noch nicht behandelten Karten.
Karten, die für Schränke zu groß sind, benötigen auf jeden Fall eine Kartenmappe, sehr große Objekte bekommen einen Holzrahmen zur Stabilisierung. Falls eine Lagerung großformatiger Stücke planliegend nicht möglich ist, müssen sie doch gerollt werden. Dies geschieht dann aber auf eine alterungsbeständige Papphülse mit großem Durchmesser, z.B. 40 cm. Bei dieser Größe der Hülse ist die Biegung der Kartenoberfläche relativ gering, so dass keine so großen Spannungen entstehen. Jedoch ist eine solche Hülse mit aufgewickelter Karte recht unhandlich. Jedes Auf- und Zurollen stellt eine erhebliche Belastung dar.
Besonders großformatige Karten sollten so wenig wie möglich direkt benutzt werden. Deshalb ist die Verfilmung bzw. Digitalisierung während der Restaurierung hier ganz besonders zu empfehlen, zumal der Aufwand dafür – gemessen an den eigentlichen Restaurierungskosten – relativ gering ist. Bei der Verfilmung kommt meist ein Vollfiche zur Anwendung, je nach Vorlage schwarz/weiß oder farbig. Diese Vollfiches können auch problemlos als Vorlage für Reproduktionen, z.B. für Veröffentlichungen verwendet werden. Sehr große Karten werden zusätzlich in Abschnitten aufgenommen, um eine ausreichende Schärfe und Detailtreue zu gewährleisten.

Restaurierung von Grafiken, Kupferstichen, Holzschnitten u.ä. Objekten

Flecken, Falten und Risse machen Grafiken und andere vergleichbare künstlerische Objekte nicht nur unansehlich, auch gefährden säurehaltige Rückwände, Trägerstoffe, Verklebungen oder Passepartouts deren Erhaltung. Viele Grafiken werden ständig oder über einen längeren Zeitraum offen präsentiert, was eine zusätzliche Gefährdung durch Tageslicht bedeutet. Schließlich kommt es selbst bei bekannten Künstlern nicht selten vor, dass sie auf die Dauerhaftigkeit der verwendeten Materialien nicht geachtet haben, so dass z.B. Säurefraß aus dem Objekt selbst erwächst.

In der Regel erfolgt eine trockene Reinigung mit speziellen Radierern. Säurehaltige Verklebungen werden vorsichtig abgelöst. Sollte ein Säureschaden bereits eingetreten sein bzw. ist das Trägermaterial (meist Papier) selbst säurehaltig, wird eine Entsäuerung durchgeführt. Ggfs. wird das Papier durch nachleimen stabilisiert. Stockflecken, Verbräunungen oder andere Verfärbungen können gebleicht werden. Risse werden mit Japanpapier geschlossen und Fehlstellen ergänzt.
Bei farbigen Grafiken beeinflusst zusätzlich zu den Eigenschaften des Trägermaterials die Empfindlichkeit der Farbpigmente die Festlegung der Restaurierungsmethode.

Mehr als bei anderen Objekten spielt hier neben der Bestandserhaltung die Werterhaltung bzw. sogar -steigerung eine Rolle bei der Entscheidung über die Restaurierung und die angewendeten Verfahren. Grafiken sind Objekte des Kunsthandels und haben einen Marktwert, der auch von ihrem Zustand bestimmt wird.

Grafiken sollten in Passepartouts fachgerecht eingelegt werden. So können sie sowohl in einer geschlossenen Sammlung aufbewahrt, zur Benutzung entnommen und bewegt als auch im Rahmen präsentiert werden. Die Passepartouts sollten im Außenmaß bestimmten Normgrößen entsprechen und innen der Grafik angepasst sein. Für mehrere Passepartouts sollte ein alterungsbeständiges Behältnis (SchemppBox) angefertigt werden. Grafiken, die ständig oder über einen längeren Zeitraum sichtbar präsentiert werden, benötigen einen wirksamen UV-Schutz.

Grafiken sollten unbedingt bei der Restaurierung verfilmt bzw. digitalisiert werden: Einmal ist das die beste Gelegenheit, weil sie aus Rahmen und Passepartouts entnommen und alle Schäden behoben sind. Zum Anderen ist es gerade bei künstlerischen Objekten sinnvoll, weil hier besonders häufig Vorlagen für Publikationen und Reproduktionen aller Art benötigt werden.

Restaurierung von Plakaten, technischen Zeichnungen und Pausen

Die oft jahre- bzw. jahrzehntelange schlechte Lagerung (durchaus vergleichbar den Karten), die großen Formate und die geringe Alterungsbeständigkeit der Papiere sind Gründe dafür, dass Plakate, technische Zeichnungen und Pausen besonders in Mitleidenschaft gezogen sind. Hier spielt besonders die körperliche Zusammenführung mit dem zugehörigen Aktenschriftgut (z.B. bei Bauakten u.ä. Dokumentationen) eine Rolle, weil sie nur durch vielfaches Falten der Großformate zu erreichen war. In den entsprechenden Behörden oder Firmen wird mitunter noch heute so verfahren.

Nach der trockenen Reinigung werden die Papier- oder Gewebeverklebungen abgelöst. Eventuell vorhandene Fehlstellen werden ergänzt und das Blatt wird ggfs. entsäuert, neutralisiert und nachgeleimt. Das Objekt kann dann zur besseren Handhabung und zum Schutz vor zukünftigen Beschädigungen auf einen zusätzlich gepufferten Papierträger aufgebracht werden. Dieser kann größer als das Original sein, damit auch zukünftige Randbeschädigungen vermieden werden.

Anders als bei Karten ist die Größe von technischen Zeichnungen, aber auch von Plakaten meist im Rahmen der Formate, für die handelsübliche Zeichnungsschränke ausgelegt sind. Diese sind eindeutig das geeignete Aufbewahrungsmittel, jedoch sollte auch hier eine Abtrennung der einzelnen Objekte mittels Einlagen aus alterungsbeständigem Karton erfolgen.

Großformatige Objekte sollten so wenig wie möglich direkt benutzt werden. Deshalb ist die Verfilmung bzw. Digitalisierung während der Restaurierung unbedingt zu empfehlen, zumal der Aufwand dafür – gemessen an den eigentlichen Restaurierungskosten – gering ist. Bei der Verfilmung findet meist ein Vollfiche Anwendung, je nach Vorlage schwarz/weiß oder farbig. Diese Vollfiches können auch als Vorlage für Reproduktionen verwendet werden.

Siegelrestaurierung

Auf Siegel trifft alles zu, was über die Erhaltung und Schadensursachen von Urkunden gesagt wurde. Hinzu kommt, dass sie durch die Art der Befestigung (z.B. an- oder abgehängte Siegel an Urkunden) und durch ihre von der Papier- bzw. Pergamentfläche abgehobene Körperlichkeit besonders anfällig für mechanische Beschädigungen sind.

Unsachgemäße Lagerung führt nicht nur zu mechanischen Schäden, eine besondere Gefahr stellt die Austrocknung dar. Gut gemeinte Umhüllungen (die vor mechanischen Schäden schützen sollten) trocknen das Wachs aus, wodurch es brüchig wird und im Extremfall vollständig zerkrümelt. Deshalb ist es wichtig, keine Hüllen aus Stoff oder ähnlichen Materialien anzufertigen bzw. vorhandene Umhüllungen vorsichtig zu entfernen. Besonders gefährlich ist Watte.

Bei der Restaurierung werden lose Teile gesichert und wie der gesamte Siegelkörper vorsichtig gesäubert. Fragmente werden wieder zusammengeführt und je nach Größe eventuell vorhandene Fehlstellen mit Wachs bzw. Siegellack ergänzt. Vergrößerte Siegelschüsseln beugen zukünftiger mechanischer Beschädigung vor.

Die Anforderungen an eine sachgerechte Aufbewahrung und Reduzierung der Direktbenutzung entsprechen denen, die für Urkunden festgehalten wurden. Sinngemäß gilt dies auch für lose Siegel. Die jeweiligen Aufbewahrungsmittel müssen so beschaffen sein, dass die Siegel auch beim Transport nicht verrutschen können.

Schempp Bestandserhaltung GmbH
Dienstleistungen für die Erhaltung
von Archiv- und Bibliotheksgut

Solitudeallee 101
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Tel.: +49 7154 22233
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www.schempp.de

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E-Mail: norbert.schempp@schempp.de
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