Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Geschäftsfreunde,

bereits einen Monat nach der letzten Schempp-Info erhalten Sie heute schon wieder Post von mir. Der Grund dafür liegt weniger in der Buch- und Graphikrestaurierung Schempp, über deren Entwicklung ich Sie mit den Schempp-Infos eigentlich informieren möchte, als in meiner zweiten Firma, der Kühner-Schempp GbR, an der ich, wie Sie wissen, zu 50 % beteiligt bin.

In den vergangenen Tagen und Wochen häuften sich Mitteilungen in Presse, Funk und Fernsehen über die Kühner-Schempp GbR und ihr Produkt, die NOMI-Box. Medienpräsenz sollte für jeden Gewerbetreibenden ein Grund zur Freude sein – in diesem Falle kann davon aber keine Rede sein.
Mehrfach werde ich mit der Aussage zitiert, die aus Wellpappe gefertigten NOMI-Boxen könnten eine Lebensdauer von 1.500 (i.W. Eintausendfünfhundert) Jahren haben. Diejenigen von Ihnen, die mich persönlich kennen, wissen, daß ich solchen Unfug nie von mir gegeben hätte. Das kann man noch als leicht erkennbare »Zeitungsente« abtun, aber die Meldungen und Berichte enthalten zahlreiche weitere Fehler und Behauptungen, die ich nicht unwidersprochen lassen kann. Zunächst aber noch dies: Ich selbst habe nur ein einziges Interwiew für den Ludwigsburger Regionalsender BTV gegeben. Bei den vielen Interwiews mit Nachrichtendiensten wie dpa, Zeitungs- und Funkreportern war ich gar nicht dabei und habe weder mit den Journalisten gesprochen noch schriftlich auf Fragen geantwortet – mit anderen Worten, keine der veröffentlichten Aussagen stammt von mir.

So habe ich auch nicht gesagt: »Die Museen quellen über vor kulturhistorischen Schätzen, die vor sich hin rotten.« Es käme mir nie in den Sinn, die Arbeit der Museen und ihrer Mitarbeiter derartig unqualifiziert herabzuwürdigen, einfach weil ich es aus meiner täglichen Arbeit besser weiß: Natürlich besteht überall großer Restaurierungsbedarf, der die finanziellen Möglichkeiten meist weit übersteigt. Das heißt aber noch lange nicht, daß die Kunst- und Kulturschätze insgesamt in einem schlechten Zustand wären oder daß sie gar vernachlässigt würden.

Auch zahlreiche andere Aussagen (die wenigstens nicht als von mir persönlich stammend ausgewiesen werden) sind nicht richtig oder geben zumindest eine falsche Tendenz wieder: Die Behauptung, ungeschütztes Zeitungspapier würde sich in 20 Jahren zersetzen, ist viel zu absolut, um ernst genommen zu werden. Wenn weiter gesagt wird, es gäbe nur wenige Verlage, die derzeit ihre Bücher auf Papier drucken, das auch noch in 100 Jahren besteht, dann wird die Entwicklung der letzten Jahre verkannt, in denen sich auf diesem Gebiet sehr viel verändert hat. Besonders wissenschaftliche und Literaturverlage verwenden heute für alle Titel, denen sie eine längerfristige Bedeutung zusprechen, alterungsbeständige Druckpapiere. Daß umgekehrt für kurzlebige Produkte einfache, aus Altpapier gewonnene Papiere genommen werden, ist doch nur vernünftig.

Sämtliche Zahlen, die über die Firma Kühner-Schempp genannt werden (Umsatz, Tagesproduktion, Mitarbeiter, Kunden, Investitionskosten), treffen nicht zu und sind stark überhöht.

Es ist nicht wahr, daß Stasi-Akten in NOMI-Boxen verpackt wurden. Die Kühner-Schempp GbR hat sich an der Ausschreibung für diesen Auftrag beteiligt, aber den Zuschlag nicht erhalten und demzufolge natürlich auch keine Boxen geliefert.

Aus meiner Sicht besonders kritisch ist der durch die gewählten Formulierungen erzeugte Zusammenhang zwischen Boxen-Herstellung und Restaurierung/Konservierung. Selbstverständlich werden die genannten Konstruktionszeichnungen von DaimlerChrysler in der Buch- und Graphikrestaurierung Schempp restauriert und nicht in der Kühner-Schempp GbR. Ich bitte Sie ausdrücklich zur Kenntnis zu nehmen, daß Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten ausschließlich Angelegenheit der Buch- und Graphikrestaurierung Schempp sind. Sie können sich darauf verlassen, daß diese Arbeiten auch in Zukunft von den kompetenten und hochqualifizierten Restauratoren der Buch- und Graphikrestaurierung Schempp und natürlich nur in deren dafür eingerichteten Räumen ausgeführt werden.

Insgesamt sind die Art und Weise der Darstellung, die Formulierungen, die aus jedem Satz erkennbare Tendenz zur Überhöhung eine Art der Selbstdarstellung, die mit fachlich kompetenter Arbeit, wie sie in der Buch- und Graphikrestaurierung Schempp geleistet wird sowie mit dem bei uns üblichen kooperativen Umgang mit den Auftraggebern unvereinbar ist. Wenn ich in den Schempp-Infos oder in Werbematerialien bestimmte Aussagen treffe, z.B. über meine Mitarbeiterzahl und -qualifikation, über einzelne Aufträge oder allgemein über die Entwicklung meiner Firma, dann können Sie sich darauf verlassen, daß das, was Sie lesen, mit der Realität in der Buch- und Graphikrestaurierung Schempp übereinstimmt. Auch meine ich, daß konstruierte Legenden wie »Nomi bedeutet in Japan Floh, deshalb gehen hier viele Bestellungen für eine Flohbox ein.« (so steht das wörtlich in einem Bericht von dpa vom 12.4.99) das Niveau einer Waschmittelwerbung haben und in unserer Branche fehl am Platz sind.

Lassen Sie mich abschließend noch einmal klarstellen, wie die jetzige Konstellation ist und warum es dazu gekommen ist:

1989 habe ich auf der Grundlage des bereits existierenden Buchbindereibetriebs meines Vaters die Buch- und Graphikrestaurierung Schempp gegründet, die sich seitdem kontinuierlich entwickelt hat (vgl. Schempp-Info Nr. 16 v. März 1999).

Bei der Restaurierung von Büchern und Handschriften trat immer wieder das Problem auf, eine Box aus alterungsbeständigem Material in den jeweiligen Maßen der einzelnen Objekte zu benötigen, um die aufwendig restaurierten Stücke sachgerecht zurückgeben zu können. Diese Boxen durch Restauratoren von Hand herstellen zu lassen ist sehr aufwendig, teuer und verschwendet wertvolle qualifizierte Arbeitszeit. Deshalb überlegte ich seit Beginn der 90er Jahre, welche Möglichkeiten es geben könnte, die Herstellung maßgefertigter Boxen zu rationalisieren. Anfang 1992 hatte ich das Konzept soweit: Die Konstruktion der Box als Programm im PC, jeweils die Maße des Objektes eingeben, den PC die Abwicklung der Box berechnen lassen und schließlich mit diesen Daten einen Plotter ansteuern, der die errechneten Rill- und Schneidlinien in die Pappe bringt – ganz so, wie es heute von der Kühner-Schempp GbR gemacht wird.

Von der Idee und Konzeption zur Realisierung ist ein weiter Weg. Ich war mir darüber im Klaren, daß ich das allein – neben der Arbeit in der Buch- und Graphikrestaurierung Schempp, die damals gerade drei Jahre bestand – nicht in absehbarer Zeit zustande bringen würde. Deshalb suchte ich einen Partner und fand ihn im damaligen Leiter des Buchbinder-Collegs, Michael Kühner. Gemeinsam bereiteten wir die Firmengründung vor, beschafften die nötigen Informationen über Hard- und Software sowie über das zu verwendende Material. 1994 gründeten wir die Kühner-Schempp GbR, die auch wirklich Anfang 1995 die Produktion aufnehmen konnte. In den folgenden Jahren wurden weitere Konstruktionen entwickelt. Die Firma entwickelte sich gut und bezog im Herbst 1998 neue Räumlichkeiten, die im gleichen Gewerbegebiet, sogar in der gleichen Straße in Kornwestheim liegen, in dem auch die Buch- und Graphikrestaurierung Schempp ihren Sitz hat. (Vgl. Schempp-Infos Nr. 15 und Nr. 16)

Schließlich kam 1996 noch die ARCHE GmbH als gemeinsame Gründung der Kühner-Schempp GbR mit der Fa. Walter Klug & Co (den Lieferanten der alterungsbeständigen Papierwerkstoffe der Kühner-Schempp GbR) mit Sitz in Immenstadt hinzu.

Schon öfter bemerkte ich, daß diese Zusammenhänge und Verflechtungen von außen schwer zu durchschauen sind und es daher häufig zu Verwechslungen der Firmen bzw. ihrer Tätigkeitsbereiche kommt. Was können Sie also von wem erwarten?

Buch- und Graphikrestaurierung Schempp, Inhaber und Geschäftsführer Norbert Schempp. Max-Planck-Str. 12, 70806 Kornwestheim. Tel., Fax, e-Mail und Internet entnehmen Sie bitte diesem Briefbogen. Sie kennen unser Angebot aus den Schempp-Infos, dem Prospektmaterial und unserer Homepage sowie aus den persönlichen oder telefonischen Kontakten mit mir bzw. meinem Kundenberater, vielleicht auch von einer der vielen Fachmessen, an denen wir jedes Jahr teilnehmen. Mit großem persönlichen und fachlichem Engagement haben wir unser Leistungsspektrum ausgebaut und können Ihnen heute nahezu alles anbieten, was auf dem Gebiet Restaurierung und Konservierung von Archiv- und Bibliotheksgut möglich ist.

Kühner-Schempp GbR, Gesellschafter zu je 50 % Norbert Schempp und Michael Kühner, beide sind Geschäftsführer mit allen Vollmachten. Die Geschäfte werden vorwiegend vom Firmensitz Max-Planck-Str. 9, 70806 Kornwestheim, Tel. 07154/183833 aus durch Michael Kühner geführt. Die Kühner-Schempp GbR fertigt alterungsbeständige Boxen für Archive, Bibliotheken und Sammlungen auf Maß an. Sie können sowohl Einzelstücke (z.B. für die einzelnen, unterschiedlich großen Bücher Ihrer Bibliothek) als auch Großserien von mehreren tausend Boxen einer Größe bestellen. Es gibt einen Katalog, in dem Sie sich über die einzelnen Konstruktionen informieren können, zwischen denen Sie wählen können sowie eine Zusammenstellung von Boxen, die günstig ab Lager verkauft werden, wenn Sie mit diesen Maßen zurechtkommen.

ARCHE GmbH, Gesellschafter sind Günter Wegele / Immenstadt sowie Norbert Schempp und Michael Kühner. Der Firmensitz ist in 87509 Immenstadt, Badeweg 9. Ihr Ansprechpartner ist Frau Ursula Diebold, Tel. 08323/96440. Die ARCHE GmbH handelt mit Produkten zur Aufbewahrung fotographischer Materialien (Glasplatten, Filme, Mikrofiches, Fotos usw.) Es gibt einen Katalog mit Preisliste, aus der Sie ohne großen Aufwand heraussuchen können, was Sie brauchen.

Ich würde mich freuen, wenn diese Klarstellung dazu beiträgt, weitere Irritationen zu vermeiden. Auch für Sie ist es unerfreulich, wenn Sie nicht genau wissen, an wen Sie sich mit welchem Anliegen wenden können und möglichst noch weiterverwiesen werden. Bei Fotomaterialien ARCHE, bei Boxen Kühner-Schempp, bei Restaurierung/Konservierung Buch- und Graphikrestaurierung Schempp.

Wenn Sie übergreifende, komplexe Fragen haben, z.B. wenn es um Bestandserhaltungskonzeptionen, die Lagerung ihrer verschiedenen Materialien oder um andere Probleme im Bereich Bestandserhaltung geht, wenden Sie sich an uns. Hier finden Sie in jedem Fall einen kompetenten Ansprechpartner.

Mit freundlichen Grüßen!

Ihr Norbert Schempp


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