Material

Einen gewissen Schutz bietet jede Box und bewahrt die Objekte vor mechanischen Beschädigungen.
Sie schützt vor Staub und Licht, notfalls hält sie auch Spritzwasser ab. Für einfache Verpackungen, die nur kurzfristig, beispielsweise für Transportzwecke, benutzt werden, reicht das zweifelsohne aus.
An eine Archivbox müssen höhere Anforderungen gestellt werden. Die Objekte, die sie beherbergen soll, sind aus Papier und sie sollen lange in ihr aufbewahrt werden.
Ob eine Archivbox hilft oder sogar noch Schaden anrichtet, hängt entscheidend vom verwendeten Material ab. Als das Phänomen der Säurewanderung bekannt wurde, mussten die Hersteller und Anwender von Archivierungskartonagen umdenken: Säurehaltige Kartonagen (und das waren bis zu diesem Zeitpunkt ausnahmslos alle auf dem Markt befindlichen Archivkartonagen aus Graukarton) schädigen, indem die Säure aus ihnen in die eingelegten Papiere wandert. So konnten auch solche Papiere sauer werden, die selbst keine säurebildenden Bestandteile enthalten und deshalb eigentlich nicht gefährdet sind.
Daraus wurde zunächst die Anforderung abgeleitet, Archivkartonagen müssten säurefrei sein. Schon bald wurde die Qualität dadurch weiter verbessert, dass eine alkalische Reserve eingebracht wurde. Sie kann saure Bestandteile neutralisieren, die beispielsweise schon im Archivgut enthalten sind oder die aus der Umwelt kommen.
Die verwendeten Materialien dürfen nicht nur keine Säuren enthalten, sie dürfen in sich selbst auch keine Bestandteile enthalten, die zu einer Säurebildung führen könnten. Papierwerkstoffe, die diesen Anforderungen entsprechen, können als alterungsbeständig bezeichnet werden. Um diesen hohen Qualitätsstandard zu erreichen, darf bei der Herstellung der Papiere nicht nur – wie schon bei der Herstellung von säurefreiem Papier – kein holzhaltiges Material verwendet werden. Es verbietet sich auch die Verwendung von Recyclingpapier, weil dessen genaue Zusammensetzung unbekannt ist und immer davon ausgegangen werden muss, dass holzhaltiges und saures Material darunter ist.
Alterungsbeständige Papiere werden in der DIN ISO 9706 definiert. Sie sind die Grundlage für die Herstellung von Wellpappe und Karton mit den entsprechenden Eigenschaften. Für die Beurteilung von Vollpappe werden diese Kriterien – soweit möglich – analog herangezogen, auch wenn die Norm nicht für Pappe gilt.
Als Weiterentwicklung wurde die DIN ISO 16245 definiert. Diese Norm unterscheidet zwischen Papierwerkstoffen für Schachteln und für Mappen und unterteilt die Werkstoffe für Schachteln in die Typen A und B. Anforderungen an alterungsbeständige Papiere sind als Typ A formuliert. In der gleichen Norm werden als Typ B Papiermaterialien geringerer Qualität definiert, die für bestimmte Zwecke der Archivierung trotzdem verwendet werden dürfen.
Alterungsbeständige Papierwerkstoffe müssen der DIN ISO 16245 A entsprechen, die über Anforderungen der DIN ISO 9706 hinausgehen, wie beispielsweise Vorgaben zum Ausbluten, das Verbot optischer Aufheller und ein streng festgelegter Cobb-Wert.
Die Firma Schempp Bestandserhaltung GmbH verwendet ausschließlich alterungsbeständige Papierwerkstoffe für die Herstellung von Schutzverpackungen für Kulturgut.

Allgemeine Materialspezifikationen:

Wellpappe

  • F-Welle 1,1 mm, E-Welle 1,6 mm,
    B-Welle 3,0 mm, EB-Welle 4,5 mm
  • weiß, Außenseite weiß, hellgrau oder blaugrau
  • nassfest verklebt
  • frei von optischen Aufhellern
  • pH-Wert zwischen 8,5 und 9,0
  • Kappazahl zwischen 1 und 2
  • Alkalireserve aus Calciumcarbonat > 4%
  • neutral geleimt

Wellpappe Sonderanfertigungen

  • Außenseite mit Durabel oder Efalin kaschiert, div. Farben möglich

Vollpappe (nur zur Herstellung von Einlegeböden)

  • 1,4 mm
  • reiner Zellstoff
  • blaugrau
  • pH-Wert zwischen 7,5 und 10
  • Kappa-Zahl zwischen 1 und < 5
  • Alkalireserve aus Calciumcarbonat > 2 %

Archivkarton

  • 240 g/m², 330 g/m², 450 g/m²
  • hellgrau, glatte Oberfläche
  • 100% gebleichter Zellstoff, säurefrei und frei von Lignin
  • pH-Wert 8,0 bis 9,0
  • Kappa-Zahl zwischen 1 und 2
  • Alkalireserve aus Calciumcarbonat > 4%
  • neutral geleimt

Archivkarton

  •  300 g/m²
  • blaugrau
  • pH-Wert 8,0 bis 9,0
  • Kappa-Zahl zwischen 1 und 2
  • Alkalireserve aus Calciumcarbonat > 4%
  • neutral geleimt

Archivkarton

  • 535 g/m² (0,65 mm) und 845 g/m² (1,0 mm)
  • blaugrau/weiß
  • pH-Wert 7,5 bis 8,0
  • Kappa-Zahl zwischen 2 und 4
  • Alkalireserve aus Calciumcarbonat ca. 3 %
  • neutral geleimt

Archivpapier

  • 80 g/m², 100 g/m², 120 g/m², 150 g/m², 170 g/m² oder 190 g/m²
  • weiß
  • 100% gebleichter Zellstoff, säurefrei und frei von Lignin
  • pH-Wert ca. 9,4
  • Kappa-Zahl 4
  • Alkalireserve aus Calciumcarbonat 5,7 %
  • neutral geleimt

gefärbtes Archivpapier

  • 120 g/m²
  • blaugrau oder hellgrau
  • 100 % gebleichter Zellstoff, säurefrei und frei von Lignin
  • pH-Wert 8,0 bis 9,0
  • Kappa-Zahl zwischen 1 und 2
  • Alkalireserve aus Calciumcarbonat > 4%
  • neutral geleimt

Flachware

Die von uns verarbeiteten alterungsbeständigen Papierwerkstoffe stellen wir auch als Flachware zur Verfügung (Rohbögen) oder als Zuschnitte nach Kundenvorgabe.

  1.  Archivpapier weiß 80 g/m² (DIN A4 und DIN A3)
  2.  Archivpapier weiß 80 g/m², 100 g/m², 120 g/m², 150 g/m² und 170 g/m² (70 × 100 cm)
  3.  Archivpapier blaugrau oder hellgrau 120 g/m² (100 × 173 cm)
  4.  Fotoarchivpapier und -karton ungepuffert, natur, 90 g/m², 120 g/m² und 230 g/m² (102 × 152 cm)
  5.  Seidenpapier gepuffert und ungepuffert, 18 g/m² (70 × 100 cm)
  6.  Archivkarton hellgrau 240 g/m², 330 g/m² und 450 g/m² (90 × 172 cm, 120 x 172 cm)
  7.  Wellpappe hellgrau/weiß oder blaugrau/weiß, E-Welle 1,6 mm oder B-Welle 3,0 mm (87 × 125 cm, 120 × 172 cm und 160 x 250 cm) sowie EB-Welle 4,5 mm hellgrau/weiß (87 × 125 cm, 165 × 250 cm)